Tu nur, was dir Freude bereitet

Als Du Dein Unternehmen gegründet oder mit Deiner Selbständigkeit begonnen hast, hattest Du eine große Vision, was Du eines Tages erreichen würdest. Du warst motiviert bis in die Haarspitzen und in der Ferne hast Du ein Bild von Dir gesehen, wie Dein Arbeitsalltag aussehen würde. In Deiner Phantasie hast Du Dir vorgestellt, wie Du mit Deinen Lieblingskunden an spannenden Projekten arbeitest, in dieser Arbeit Erfüllung findest und einen positiven Beitrag für Deine Kunden leistest. Du hast gesehen, wie Du in dieser Vorstellung lächelst und eine gewisse Leichtigkeit verspürst.

Seit diesem Moment ist eine gewisse Zeit vergangen. Der anfängliche Enthusiasmus ist verflogen und statt mit Vollgas nach vorne zu stürmen hat Dich der graue Arbeitsalltag eingeholt. Seitdem ist das Motto eher „Verwalten statt gestalten“. Manche Dinge funktionieren einfach nicht so, wie Du es geplant hast. Manche Kunden sind wenig dankbar und bringen eher Stress ins Unternehmen. Und auch die Führung Deiner Mitarbeiter funktioniert nicht mit ganz so viel Leichtigkeit und Dynamik wie gewünscht.

Warum ist das so?

Aus meiner Sicht liegt dies daran, dass wir als Unternehmer und Selbständige eine Art eierlegende Wollmilchsau sind. In Personalunion sind wir Gesellschafter, Geschäftsführer, Arbeitgeber, Vorgesetzter, Bilanzunterzeichner, Vertriebsleiter und noch vieles mehr. Dadurch ist klar, dass sich in der anfänglichen Phase des Wachstums ein Großteil der Themen und Herausforderungen bei uns persönlich anhäufen. Um der Situation Herr zu werden arbeiten wir mehr, härter und länger. Doch für jedes Thema, das wir vom Tisch bekommen, kommen zwei neue dazu. Und so entsteht nach einer Weile ein Gefühl der Erschöpfung und Ernüchterung.

Soll das so bleiben?

Vor einer Weile habe ich das Buch „The One Thing“ von Gary Keller als Hörbuch gehört. Keller propagiert sehr stark, sich am Anfang jeden Arbeitstages auf die eine Aufgabe zu konzentrieren, deren Erledigung alles andere leichter oder überflüssig macht. Notgedrungen bleiben dadurch eine Menge anderer Aufgaben liegen. Ein wesentlicher Satz, der mich tief geprägt hat und mir seitdem in starker Erinnerung ist: „Get used to it and get over it“ also frei übersetzt: „Gewöhn Dich dran und komm damit klar. Du kannst und wirst es ohnehin nicht schaffen, jede noch so kleine Aufgabe zu erledigen. Also kannst Du es auch gleich bleiben lassen und Dich stattdessen nur um die wichtigsten Aufgaben kümmern“.

Was also tun?

„Nur, wer großartige Fragen stellt, erhält auch großartige Antworten“ hat einmal ein weiser Mann gesagt. Die Frage in diesem ganz speziellen Fall ist also: Was genau ist die eine Sache, die alles andere leichter oder überflüssig macht?
Ist es die Reisekostenabrechnung der letzten Dienstreise?
Ist es die Nachbestellung des Kopierpapiers?
Die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung?
Oder gar die händische Überweisung der letzten Warenlieferung?
Mit Sicherheit nicht!

Ich sage: Tu nur noch, was Dir Freude bereitet!
Das Leben ist zu kurz für schlechten Wein und erst recht für Arbeiten, die keine Freude bereiten!
Das hast Du doch auch gar nicht nötig.
Du bist ein Gewinner, der sein Ding durchzieht und seine Ziele erreicht.

Wofür bist Du also mit Deinem Unternehmen angetreten?
Was ist der größte Engpass, den Du schon seit Langem vor Dir herschiebst?
Wo kannst Du Deine Kreativität, Deine Erfahrung und Deine Kompetenz am besten im vollen Umfang einbringen?
Wo bist Du und nur Du mit Deiner ganzen Energie gefragt?
Indem Du genau diese Aufgabe bearbeitest, wirst Du bessere Arbeitsergebnisse erzielen und dadurch in der Konsequenz auch mehr Erfolg haben.
Alles, was nicht Deine persönliche Kompetenz und Aufmerksamkeit benötigt kann auch ganz prima später und von wem anders gemacht werden. Dafür gibt es Steuerberater, Assistentinnen und kompetente sowie hoch-motivierte Fachkräfte.

Was ist es also, was Du lösen wirst und was Dir wieder mehr Freude an Deiner Arbeit bereitet?

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