Priorisierung

Kennst Du das Gefühl, am Ende des Tages nur wenig geschafft zu haben, obwohl Du vorher die ganze Zeit sehr stark beschäftigt warst?
Hast du abends manchmal immer noch drängende Aufgaben auf Deinem Schreibtisch, obwohl der Tag vor lauter Arbeit wie im Flug vergangen ist?
Verspürst Du den Drang, dann noch länger im Büro zu bleiben oder abends zuhause noch einmal weiter zu arbeiten?

Wir als Unternehmer und Selbständige sind stark angetrieben, unsere Wünsche und Visionen wahr werden zu lassen. Mit der Kraft unserer Gedanken und unserer eigenen Hände Arbeit erschaffen wir etwas, das vorher noch nicht existierte. Wir sind keine Sachbearbeiter, die pünktlich den Stift fallen lassen und bei denen Papier geduldig ist. Wir fühlen uns von Hindernissen herausgefordert und wollen sie so schnell wie möglich überwinden und beißen uns auch gerne einmal durch Dinge durch.

Nur allzu leicht vergraben wir uns dann in eine Aufgabe, ohne zwischendrin einmal eine Pause zu machen oder aufzublicken. Der pfälzische Fotograf und Influencer „Calvin Hollywood“ nennt das bei sich den „Beast Mode“. Manchmal sind wir einfach im gedanklichen Tunnel.

Aber genau hier lauert die Gefahr: Es kommt nicht auf den Umfang der Zeit an, die wir einsetzen (also die Quantität), sondern auf die Qualität, mit der wir unsere Herausforderungen lösen möchten.

Wie aber kannst Du es schaffen, die Qualität der Arbeit zu erhöhen und gleichzeitig den Umfang Deiner Arbeit zu reduzieren?

Aus meiner Sicht gibt es eine ganz einfache Leitfrage zu Beginn jedes Arbeitstages. Sie lautet: Welche eine Aufgabe müsstest Du heute erledigt haben, dass wenn Du heute außer dieser einen Aufgabe keine andere Aufgabe bearbeiten kannst, dennoch das Gefühl hast, dass es ein produktiver und erfolgreicher Tag war?

Diese Frage ist ein Filter, der den Fokus ganz klar auf den Effekt einer Aufgabe richtet. Du wirst also nach Aufgaben suchen, die die größte Bedeutung und damit die höchste Priorität haben. Manchmal kann dies eine Aufgabe sein, die Du schon länger vor Dir herschiebst, obwohl Du weißt, dass Du sie besser erledigen solltest. Ich kann Dir versprechen, dass Du Dich sehr viel besser fühlen wirst, wenn Du diese Aufgabe endlich erledigt hast.

Brian Tracy hat zu diesem Thema sogar ein ganzes Buch geschrieben mit dem Titel „Eat that frog“. Im Kern sagt er: „Wenn Du am frühen morgen etwas so ekliges machen würdest, wir eine Kröte runter zu schlucken, dann kann Dir an diesem Tag nichts schlimmeres passieren. Also fange Deinen Tag mit der unangenehmsten und größten Aufgabe an“.

Im Prinzip könntest Du nach Erledigung dieser größten, unangenehmsten aber wichtigsten Aufgabe Feierabend machen und trotzdem würde sich der Tag so anfühlen, als wäre er besonders gelungen und als wärest Du sehr effektiv gewesen. Alternativ stellst Du Dir die Frage: Welche andere Aufgabe wäre schön, wenn ich sie heute noch erledigt bekommen würde? Welche Aufgabe ist so bedeutsam, dass sie unter allen anderen möglichen Aufgaben hervorsticht?

Klar ist, dass der Arbeitstag dennoch irgendwann einmal zu Ende gehen wird. Und mit Sicherheit wird es immer noch Aufgaben geben, zu denen Du heute nicht gekommen bist. Aus meiner Sicht wird es jedoch ohnehin nie den Tag geben, an dem einmal alle Aufgaben erledigt sein werden. Von daher kann ich persönlich mich auch von der Vorstellung lösen, dieses Ziel jemals erreichen zu wollen. Allerdings werden es keine wichtigen und dringenden Aufgaben mehr sein, wenn du dieses Konzept ein paar Tage hinter einander angewendet hast. Also kannst Du in dem beruhigenden Gewissen Feierabend machen, dass du heute einen produktiven Beitrag für Dein Unternehmen geleistet hast und dass alles andere auch auf morgen warten kann.

Welche ist also heute Deine eine Aufgabe, die Deinen Tag zu einem Erfolg macht, selbst wenn Du sonst zu keiner anderen Aufgabe kommst?

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