Informationsdiät

Meine Lebenszeit ist limitiert. Daher lege ich großen Wert darauf, mich in meiner verbleibenden Zeit konsequent nur mit Dingen zu beschäftigen, die mir Freude bereiten oder mich glücklich machen.

An jedem Morgen fahre ich meinen Sohn zum Kindergarten. Trotzdessen, dass wir nur 10 Minuten Fahrtzeit haben, haben wir währenddessen Gelegenheit, in Ruhe zu reden und uns auszutauschen. Am Anfang habe ich das Radio im Hintergrund laufen gelassen. Da wir jeden Morgen um kurz vor 8 Uhr losfahren, erwischten wir immer die Nachrichten zur vollen Stunde. Manchmal haben uns die Nachrichten gute Impulse für Gespräche gegeben. Andermal waren sie aber so grausam, dass ich sie einem 4-Jährigen nicht zumuten wollte. Was für ein Bild von der Welt sollte er bekommen, während er auf dem Weg zu einem unbeschwerten Spiel mit seinen kleinen Freunden in der Elfengruppe war?

Zufälligerweise las ich kurz darauf einen Zeitungsartikel über eine Studie, dass sich Menschen schlechter fühlen, pessimistischer und ängstlicher sind, wenn sie viele negative Nachrichten konsumieren. Selbst wenn die Inhalte dieser Nachrichten weit entfernt von der Lebensrealität der Zuhörer waren (wie z.B. Berichte über Kriege oder weit entferne Katastrophen), hatten sie dennoch negative Auswirkungen auf die Gefühle der Zuhörer in ihrem Alltag.
Ein anderer Artikel berichtete darüber, dass sich Menschen nach dem Besuch von Webseiten der sozialen Medien (wie z.B. facebook) regelmäßig schlecht und neidisch fühlen, da sie gerade Zeugen des vermeintlich glanzvollen und sorgenfreien Lebens Anderer wurden und ihnen ihr eigenes Leben im Vergleich trist und langweilig vorkommt.

Dadurch wurde mir bewusst, nicht nur bei meiner Ernährung achtsam zu sein, sondern auch bei „geistiger Nahrung“ darauf zu achten, welche Inhalte ich mir zuführe.
Also habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, das Radio immer dann auszumachen, wenn die Nachrichten kommen. Auch Zuhause hörte ich auf, Nachrichtenseiten im Internet aufzurufen oder die abendlichen Nachrichten im TV zu verfolgen.

Kurz nach Beginn dieser „Informationsdiät“ merkte ich dass ich mich deutlich besser fühlte und nicht in Gedanken irgendwelchen schlimmen Ereignissen aus aller Welt hinterher hing. Im Gegenzug habe ich mich immer mehr mit positiven und konstruktiven Informationen versorgt. Zum Beispiel habe ich damals begonnen, auf der Rückfahrt vom Kindergarten (während der „Leerfahrt“) Ratgeberbücher als Hörbücher oder Podcasts statt das Radioprogramm anzuhören. Ich reduziere damit nicht nur dem Umfang negativer Informationen, sondern erhöhe gleichzeitig den Umfang positiver Inhalte.

Mein Verhalten soll kein Zeichen von Ignoranz sein. Ich fühle mit Sicherheit mit allen Opfern tragischer Umstände mit und verschließe auch nicht meine Augen vor Leid. Aber so traurig diese Ereignisse sind, erlaube ich ihnen nicht, noch mehr Schaden anzurichten, indem sie mein Lebensglück negativ beeinflussen.

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